Drucken

Die Dynamik des Schwarzpulvers wenn es mal (ab-)brennt:

Auf Initiative von SPI-Regionalrepräsentant Gerhard Winter (www.gewi-schiesssport.de)  ist es gelungen, nun auch im Raum Ingolstadt einen Sachkundelehrgang nach §27 Vorder- und Wiederlader zu organisieren. Herzlichen Dank lieber Gerhard , dass Du es den Teilnehmern aus der Region Ingolstadt/Pfaffenhofen ermöglicht hast, ohne große Anreise den gesetzlich vorgeschriebenen Lehrgang besuchen zu können. Der Lehrgang endete am Samstagnachmittag mit einer Prüfung, die dieses Mal vom Technischen Oberinspektor Rainer Scheck des Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Oberbayern abgenommen wurde. Lehrgangsträger war in diesem Fall das SPI-Gründungsmitglied Pulver-Müller (www.pulver-mueller.de)

Es ist eine Spezialität bei den Sachkundelehrgängen von SPI-Gründungsmitglied Pulver-Müller, dass der Franz nach Ende des theoretischen Teils immer ein geeignetes Plätzchen sucht, um dort den Lehrgangsteilnehmern einmal zu zeigen, was passiert, wenn sich  - wo auch immer - ca. 1 kg Schwarzpulver entzündet. So auch beim Sachkundelehrgang am 14.04.2007 in Langenbruck. Langenbruck liegt gut 10 Fahrminuten entfernt von Wolnzach. Also habe ich meine Digtalkamera geschnappt und hab den Gerhard und den Franz Mller in Langenbruck besucht, um endlich auch mal all jenen einen Eindruck davon vermitteln zu können, bei deren Lehrgang eine solche Vorführung nicht Bestandteil des Kurses war. Aber seht selbst:

Nachfolgend der Franz in seinem Element:

die geeignete Stelle ist gefunden...

langenbruck


das Pulver auf dem Boden ausgestreut und die Lunte gelegt....

Langenbruck 02


und jetzt: Achtung.....

Hinweis:

das AVI-Video-Clip ist deshalb so kurz, weil ich selbst von der Abbrandgeschwinigkeit in der Praxis überrascht wurde - ggf. das Video einfach mehrfach anschauen oder - so vorhanden - die Pausenfunktion der AVI-Abspielsoftware nutzen........

zum Anschauen des Kurzvideos bitte nachfolgenden Link anklicken:

Wenn es mal brennt.....


Ich weiß schon, warum ich persönlich beim Abfüllen der einzelnen Pulverladungen das Pulver nie direkt aus der Originalverpackung entnehme, sondern immer ber ein kleines antistatisches Zwischengefäß gehe, in dem nie mehr als 20 - 30 Gramm sind und vor allem, warum befllte Pulverflaschen auf dem Schießsstand streng verboten sind. Ein Funke von der Steinschlosszündung des Schießstandnachbarn würde gengen. Man stelle sich vor, wie es nach einem solchen Unfall auf dem Schießstand aussehen würde.

Ich werd nie vergessen, wie der langjährige Produktionsleiter der Poudrerie dïAubonne bei Lausanne (Schweizer Pulvermhle), Michel Fiaox mir beim letzten Besuch in der Schweiz einprägsam von der Unberechenbarkeit des Schwarzpulvers erzählte: Er hat mir klar gemacht, dass es durchaus passieren kann, dass man im Extremfall eine kleine Chargen-Probe noch nicht einmal dadurch entzünden kann, indem man versucht, eine glühende Zigarette darin auszudrücken, während ein paar Sekunden später ein einziger kleiner Glimmfunken der noch zur Ende gerauchten Zigarette, der zufällig seinen Weg in die exakt selbe Probe findet, die Zündung auslöst. Michel muss es wissen, denn er prüft Produktions-Chargen auch in Hinblick auf die Zündfähigkeit und Zündwilligkeit.

Ich persönlich würde mich auch nicht darauf verlassen wollen, dass angeblich "Elektrostatische Entladungsfunken" nicht in der Lage sind, Schwarzpulver zu entzünden. Mag sein, dass das in Millionen Fällen so zutrifft - wehe dem, der aber derjenige ist, von dem man später sagen wird "Ausnahmen bestätigen die Regel".

Man sollte daher stets beachten, was man im Sachkundelehrgang über das Schwarzpulver gelernt hat und nie vergessen, dass die kleinste Unachtsamkeit schwerste Folgen für sich selbst und Andere nach sich ziehen kann.

Dennoch:

Niemand braucht "Angst" vor dem Umgang mit Schwarzpulver haben. Wer die Sicherheitsbestimmungen beachtet, sich dem Pulver mit dem nötigen Respekt und der erforderlichen Vorsicht und vor allem Sorgfalt nähert und mit dem Pulver so umgeht, wie es im Sachkundelehrgang vermittelt wurde, läuft kaum Gefahr, das Schwarzpulver von seiner weniger erbaulichen Seite her kennenzulernen.

In diesem Sinn weiterhin viel Spaß im Hobby!!!

Mit kameradschaftlichem Gruá

Helmut
(14.04.2007)